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AP&T führt TemperBox® ein: eine neue zykluszeitneutrale Produktionslösung, die maßgeschneiderte Eigenschaften in pressgehärteten Bauteilen ermöglicht

03 Mai 2019

AP&T stellt eine patentierte Lösung zum partiellen Presshärten von Struktur­teilen für Personen­kraft­wagen vor. Mit der TemperBox® können harte und weiche Zonen in einem Bauteil kombiniert werden, was den Weg für innovative Karosserie­konstruktionen und eine kosten­effiziente Produktion ebnet. TemperBox® kann sowohl in die neuen und bestehenden Multi-Layer-Furnaces von AP&T als auch in jede andere Art von Wärme­behandlungs­anlage integriert werden. 

Mit über 100 installierten  von Presshärteanlagen für Kunden auf der ganzen Welt macht AP&T nun einen wichtigen Schritt in der Entwicklung seiner Presshärtetechnologie. Die jüngste Produktinnovation des Unternehmens - TemperBox® - bietet völlig neue Möglichkeiten, Strukturbauteile kostengünstig zu konstruieren und herzustellen. 

Die patentierte Erfindung TemperBox® basiert auf dem, was ursprünglich von Agim Ademaj (Metakus Automotive , Kassel, Deutschland) entwickelt wurde. Im Jahr 2013 wurde eine Kooperationsinitiative zwischen AP&T und GEDIA Automotive Group (Attendorn, Deutschland) zur Weiterentwicklung und Industrialisierung der Technologie gestartet, die nun zu einer vollwertigen kommerziellen Lösung geführt hat. 

„Die patentierte Lösung ermöglicht es, mehrere Materialeigenschaften in einem einzigen Fertigteil zu kombinieren. Einige Abschnitte können gehärtet werden, um die Festigkeit zu maximieren, während andere weicher gemacht werden, um die gewünschte Verformbarkeit zu erreichen und um Folgeprozesse wie zum Beispiel Füge- oder mechanische Beschnittoperationen zu erleichtern“, sagt Dr. Christian Koroschetz, CTO bei AP&T. 

Dabei handelt es sich um eine präzise kontrollierte Wärmebehandlung, die in einem speziellen Ofenmodul, der TemperBox®, stattfindet. Nach der Erwärmung auf 930 Grad Celsius in einem konventionellen Austenisierungsofen, z.B. dem Multi-Layer-Furnace von AP&T, wird der Rohling in die TemperBox® transportiert, wo ausgewählte Abschnitte vor Strahlung geschützt und abgekühlt werden, während der Rest des Teils heiß gehalten wird. Die  Platine wird anschließend umgeformt und abgeschreckt, um das Fertigteil herzustellen.

Das Endergebnis ist ein Bauteil mit maßgeschneiderten Eigenschaften, angepasst an die gewünschten Anforderungen  des Bauteils. Das gibt Konstrukteuren und Fertigungsingenieuren einen hohen Gestaltungsfreiraum, ohne teure lokale Verstärkungen oder zykluszeitintensive Prozesse, wie dem Tailored Tempering im Presshärtewerkzeug, berücksichtigen zu müssen, die häufig zur Verbesserung der Unfallsicherheit von Karosseriebauteilen eingesetzt werden. Das neue Verfahren bietet gegenüber dem heutigen Presshärten klare produktionstechnische Vorteile wie die einfache Integration in neue und bestehende Presshärteanlagen. Die TemperBox® Produktionslösung ermöglicht kurze Zykluszeiten auf demselben Niveau, wie es die Industrie heute bei der Herstellung von pressgehärteten Bauteilen mit über den Querschnitt monolithischen Eigenschaften gewohnt ist. 

„Nicht nur neue Möglichkeiten im Design von crashrelevanten Bauteilen sind möglich, auch die Nachbearbeitung ist viel einfacher, da bestimmte Bereiche des Bauteils, wie z.B. Flansche, weich gehalten werden können, so dass sie mit herkömmlichen Verfahren gestanzt oder beschnitten werden können - was zum Beispiel viel kostengünstiger ist als das Laserschneiden.“ 

TemperBox® kann in den neuen und bestehenden Multi-Layer-Furnaces von AP&T installiert werden und ist auch für Presshärtelinien mit anderen Wärmebehandlungsanlagen erhältlich.

„Das bedeutet, dass die neue Technologie grundsätzlich mit jeder Presshärteanlage auf dem Markt eingesetzt werden kann, unabhängig von der Marke“, sagt Christian Koroschetz. 

Fakten

Die erste TemperBox®-Produktionslinie mit voller Kapazität wird bei der GEDIA Automotive Group in Attendorn, Deutschland, installiert, wo sie für die Produktion von pressgehärteten Komponenten mit maßgeschneiderten Eigenschaften für verschiedene europäische OEMs eingesetzt wird. Der Produktionsstart ist für Ende 2019 geplant. GEDIA hat seit 2017 auch eine TemperBox®-Prototypenlinie im Einsatz. 

In Europa arbeiten GEDIA und AP&T bei der Weiterentwicklung der TemperBox®-Technologie eng zusammen. AP&T ist Eigentümer der Patentrechte und GEDIA ist Eigentümer einer exklusiven Produktionslizenz für den europäischen Markt

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